Dringlichkeit / Urgence / Urgency

Eine Sendung die wir als Kinder Mitte der 90er Jahre gern geschaut haben hiess Jenseits des Jahrs 2000. In ihr wurden zukunftsweisende Technologien vorgestellt, die das Leben der Menschen drastisch verbessern sollten. Wenn wir Sci-Fi Filme geschaut haben, wenn wir uns Skizzen für Städte der Zukunft angeschaut haben, wenn von neuen Technologien die Rede war, überkam uns ein Gefühl der Vorfreude, der Neugier, der lustvollen Erwartung.  Heutzutage ist uns dieses Gefühl weitgehend abhanden gekommen. Die Rolle, die die Technologie in ‘Jenseits des Jahrs 2000’ gespielt hat, war rückblickend eher finster. Anstatt darüber zu trauern, möchten wir uns diesen lächelnden Blick in die Zukunft wieder erarbeiten, dieses aufgeregte nach vorn Schauen, diese Fähigkeit zu träumen. Denn in ihr liegt revolutionäres Potential. Das Theater kann dabei die Maschine sein, mit der wir diese Euphorie – für uns und andere – wieder erzeugen.

Auch wenn es anders scheinen mag, hat in den letzten Dekaden wenig technologischer Fortschritt stattgefunden. Zwar hat die (Informations-)Technologie gewaltige Sprünge gemacht, andere Bereiche sind jedoch stagniert oder haben sich sogar rückwärts entwickelt. Als Beispiel hierfür kann man die Luftfahrt anführen: Die Flugzeuge heute sind langsamer als die der 70er Jahre. Zukunftsweisende Flugzeuge wie die Concorde werden nicht mehr gebaut. Es fliegen immer noch Boeing 747, die Ende der 60er Jahre entwickelt wurden, am Flugzeug selbst sind keine Veränderungen erkennbar – abgesehen vom elektronischen Unterhaltungssystem.

Der Fortschritt hat sich vor allem im virtuellen Raum abgespielt: Es gibt keine Städte auf dem Mond und keine fliegenden Autos, auch wurden Innovationen kaum dazu genutzt, dringende Probleme der physischen Welt zu bekämpfen (Krankheiten, Hunger, Verteilungs-Ungerechtigkeit). Stattdessen sind alternative Welten in fast perfekter Darstellung immer und überall verfügbar.
Die Zukunft, die uns als Kinder ein atemberaubendes Wunderland schien, ist überraschend langweilig geworden. Wir haben keine Hoverboards, keinen Weltfrieden, keine Marskolonie. Stattdessen starren wir stundenlang in die ewiggleiche blau-weisse Facebook- oder Twitter-Timeline, trinken Kapselkaffee und fragen den grössten Wissensspeicher den die Menschheit je gesehen hat, mit wem Madonna gerade schläft. 1992 hat Fukuyama das ‘Ende der Geschichte’ ausgerufen und statt ihm vehement zu widersprechen, zuckt der Grossteil der Menschen mit den Schultern und findet das etwas bedauerlich, aber irgendwie auch in Ordnung so.
Und warum sollten sie auch etwas anders wollen? Seit einigen Jahrzehnten begegnen uns immer mehr dystopische Vorstellungen von der Zukunft. Dunkel ist sie, eher dreckig, überfüllt und an jeder Ecke wartet ein Computer auf die Gelegenheit, eine*n umzubringen. Den Kapitalismus kann man laut diesen Narrativen ohnehin nicht überwinden, wenn überhaupt wird er eher schärfer (die Chinesen, was sonst?) und falls Aliens auftauchen, sollte man sie sofort erschiessen. Sollten wir die Angriffe von Aliens und Computern überleben, bleibt natürlich immer noch die Natur, die sich garantiert gegen uns wenden wird, wenn wir zu optimistisch mit Technologie spielen (Schätzings Der Schwarm oder Shyamalans The Happening). Auch die digitale Revolution bringt uns dem aktuellen Diskurs zufolge nur Ungemach: wir verdummen, machen uns willfährig zu Opfern von Überwachungsstaaten und werden von unergründlichen Algorithmen kontrolliert. In linksalternativen Zirkeln wird mit einsamen Hütten im Wald geliebäugelt, das Smartphone abgelehnt und dem Conscious Consuming gefrönt.
In Abgrenzung dazu unternehmen wir optimistische Expeditionen durch Utopia. Statt die Technikaffinität den politisch Rechten von Marinetti bis Thiel zu überlassen, erschliessen wir sie einem linken, humanistischen und demokratischen Denken. Wir sehen in einer Rückeroberung des technologischen Fortschritts immenses gesellschaftliches Potenzial. Wir müssen uns den utopischen Geist zurückerobern, statt im langweiligen Einheitsbrei von WordPress-Themes und Facebook-Timelines zu versumpfen. Digitale, elektronische, medizinische, genetische Technologie bietet kaum ausgeschöpfte gesellschaftliche Möglichkeiten. Soziales Zusammenleben könnte auf den verschiedensten Ebenen neu gedacht werden, aber die Experimentalräume werden kaum eröffnet. Dabei hätte der technologische Fortschritt eine enorme Sprengkraft im Kampf gegen verschiedenste Unterdrückungsstrukturen. Kategorien von Gender, Race und Class können revolutionieren und vielleicht obsolet gemacht werden. Schon vor mehreren Jahrzehnten haben Futurist*innen solche Visionen entwickelt, ohne dass sie reife Früchte tragen konnten. Wir wollen uns wieder an diese Zukünfte erinnern, sie genauer anschauen, weiterentwickeln und unsere Utopie finden. Dafür wählen wir drei inhaltliche Schwerpunkte:

Gesellschaft
Die gesellschaftliche Sprengkraft der digitalen und technologischen Entwicklungen wird weiterhin in viel zu kleinem Rahmen gedacht. Schauen wir jedoch zurück auf die Utopien der 60er und 70er und die Hoffnungen, die damals mit einer weitgehenden Technisierung der Gesellschaft verknüpft waren, stellt sich so etwas wie Trauer ein. Es erschien selbstverständlich, dass die Übergabe von immer mehr Tätigkeiten an Maschinen und Roboter zu einer massiven Verringerung der individuellen Arbeitszeit führen würde. Das Mehr an Freizeit könnten Menschen für die vielfältigsten Tätigkeiten nutzen, Kultur, Wissenschaft und individuelles Wohlbefinden würden entsprechend eine nie gekannte Blüte erfahren. Der Umbruch in der Art unseres Zusammenlebens hätte unermesslich sein können. Mittlerweile haben wir eine hässliche, erzprotestantische Version dieser Zukunft erreicht: Wie vermutet, werden mittlerweile viele Tätigkeiten automatisiert, von einer ernsthaften Verkürzung der Arbeitszeit ist aber nichts zu sehen und Arbeitslosigkeit wurde in den letzten Jahrzehnten nicht als Chance gesehen, sondern radikal stigmatisiert. Die Möglichkeiten für ein menschenwürdigeres Leben und Arbeiten scheinen vertan worden zu sein. Diese Utopien wieder zu revitalisieren und von kapitalistisch-protestantischer Moral zu befreien sollte als eine der entscheidenden Aufgaben unserer Generation betrachtet werden.

Geschlecht
Die Idee einer eindeutigen Unterteilung der Menschheit in ‘Männer’ und ‘Frauen’ erscheint im Laufe der letzten Jahrzehnte immer weniger sinnvoll. Im Internet haben sich wachsende Communities von Menschen gebildet, die sich gegenseitig ihre Geschichten und Identitäten erzählen: aus Aussenseitern, die sich bis anhin für vollkommen allein hielten wurden so kraftvolle Bewegungen von Personen auf den verschiedensten Punkten des Genderspektrums. In den letzten Jahren sind insbesondere Personen in die Öffentlichkeit getreten, die chirurgische und hormonelle Transitionen von einem der traditionellen Geschlechter zum anderen unternommen haben. Weniger sichtbar ist die grosse Gruppe von Menschen, die sich keinem dieser beiden Geschlechter zugehörig fühlen und Pathologisierung und staatliche Kontrolle ihrer Geschlechtsidentitäten ablehnen. Die chirurgischen und pharmakologischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte ermöglichen so ungeahnte Vielfalten von Körperlichkeiten. Selbst Reproduktionsarbeit muss nicht mehr exklusiv von Cis-Frauen übernommen werden, wenn künstliche Uteri und In-vitro-Fertilisation sich verbreiten. Entgegen unserer heutigen Vorstellung, trifft die Ursprungsdefinition von Cyborgs durchaus auf unfassbar viele Menschen zu, deren Körper chirurgisch, pharmakologisch und durch Implantations- und Prothesentechnik modifiziert sind. Cyborgs werden seit den 60ern als Wesen imaginiert, die Geschlecht überwinden und unsere schleichende Cyborgifizierung könnte tatsächlich ein Post-Gender-Dasein ermöglichen. Dafür ist es jedoch unabdingbar, sich des Prozesses bewusst zu sein und sich die technologischen Mittel anzueignen, denn der konservative Backlash ist darum bemüht, die Kontrolle über die notwendigen Technologien auszubauen.
Das Internet ist jedoch nicht nur ein Ort, an dem sich Aussenseiter*innen finden, es ist auch ein Ort, der viele Hoffnungen für ein anderes Kommunikationsverhalten zwischen den Geschlechtern geschürt und dann enttäuscht hat. Die scheinbare Neutralität von Code und Daten wird von einem Boys-Club belagert, der neue Formen von Sexismus erprobt und in dem toxische Maskulinitätsvorstellungen gären. Die theoretische Offenheit von Code, Daten und Online-Kommunikation gilt es erneut als hierarchiefreien, emanzipatorischen Raum zu behaupten und zu gestalten, in dem anders über Geschlechtlichkeit verhandelt werden kann.

Gehirn
Der Internet-Pionier und Gründer des einflussreichen Magazins wired Kevin Kelly, der bereits mehrere technologische Entwicklungen treffsicher vorausahnte, zeichnete in einem Vortrag ein differenziertes Bild davon, wie künstliche Intelligenz die Zukunft prägen könnte. Er glaubt – anders als viele seiner Kolleg*innen – nicht daran, dass eine dem Menschen ähnliche, ihm jedoch überlegene Intelligenz entstehen wird, die in der Lage ist, sich selbst weiter zu entwickeln. Statt dieser unter dem Namen ‘Singularität’ bekannten Prognose, erwartet er, dass Formen von künstlicher Intelligenz (oder wie er vorschlägt  “künstlicher Smartness”) entstehen werden, die anders funktionieren als der menschliche Verstand, ihn komplementär ergänzen und dazu in der Lage sind, mit ihm zu kooperieren. Anstatt der apokalyptischen Vision einer übermächtigen Maschine, die Menschen zu ihren willenlosen Sklav*innen macht, schlägt er ein Szenario vor, in dem wir – mithilfe von Milliarden vernetzter Geräte – Teil der ‘künstlichen Intelligenz’ sein werden, die entsteht. Zusammen werden wir eine neue Form von Bewusstsein hervorbringen.
Die wichtigste Aufgabe eines solchen Hybrids aus menschlichen und nicht-menschlichen Intelligenzen wird es sein, sich der gewaltigen ökologischen und sozialen Herausforderungen anzunehmen, die der Menschheit in den nächsten Dekaden bevorstehen: Die Weltbevölkerung wird voraussichtlich in den Teilen der Erde am stärksten wachsen, die bisher noch die deutlichen Verlierer*innen der materiellen Verteilungsungerechtigkeit sind und schon heute daran scheitern, ihren Bewohner*innen ausreichend Nahrung, Trinkwasser und medizinische Versorgung zur Verfügung zu stellen. Diese Dynamik könnte sich durch die Endlichkeit natürlicher Ressourcen drastisch verschärfen.
Anstatt also Informationstechnologie zu nutzen, um uns in andere Welten zurückzuziehen, müssen wir nach Formen der Kollaboration zwischen menschlichen und maschinischen Intelligenzen suchen, die in der Lage sind, konkrete Lösungsansätze für Probleme der realen Welt zu liefern. Aufgrund der Endlichkeit der Ressourcen und der Heftigkeit mit der um deren Verteilung gekämpft wird, ist Stagnation kein realistisches Zukunftsszenario. Die Entwicklung eines solchen handlungsorientiert denkenden hybriden Netzwerks könnte ausschlaggebend dafür sein, ob sich die Menschheit auf ein finsteres oder auf ein goldenes Zeitalter zubewegt.

***

Dans les années 90, enfants, nous adorions regarder l’émission „Jenseits des Jahrs 2000“ (Au-delà de l’an 2000). On y découvrait des technologies d’avant-garde qui devaient améliorer la vie de tous les jours. Quand nous regardions des films science-fiction, quand nous contemplions des projets pour les villes de l’avenir, quand on nous parlait de nouvelles technologies, c’est de l’espoir que nous ressentions, de la curiosité aussi, un espoir émoustillé. Aujourd’hui, nous avons largement perdu ces sentiments. Rétrospectivement, le rôle joué par la technologie „au-delà de l’an 2000“ était plutôt sinistre. Mais au lieu de porter le deuil, nous préférons de tourner des yeux rieurs vers l’avenir, avoir des étincelles dans le regard, retrouver la capacité de rêver. Parce que c’est là que se trouve le potentiel révolutionnaire. Le théâtre peut être la machine qui produit – pour nous-mêmes et pour d’autres – cette euphorie.

Contrairement à ce qu’on pourrait penser, peu de progrès technologiques ont été réalisés au cours des dernières décennies. Bien que la technologie informatique ait connu une énorme avancée, d’autres domaines ont stagné ou même régressé. Par exemple l’aviation: les avions aujourd’hui sont plus lents que ceux des années 70. Des véhicules d’avenir – comme la Concorde – ne sont plus produits. Les Boeing 747, conçus dans les années 60, volent toujours. L’avion lui-même n’a pas subi de changement identifiable, à l’exception du système électronique de divertissement.

Le progrès a eu lieu dans l’espace virtuel: il n’existe pas de villes lunaires, ni de voitures volantes, et les innovations n’ont que rarement contribué à lutter contre les problèmes de la réalité physique (maladies, famine, injustice sociale). Par contre, des mondes alternatifs sont toujours et partout à disposition. Cet avenir, qui nous semblait un monde merveilleux, est d’un ennui remarquable. Nous n’avons pas de Hoverboards, pas de paix sur terre, pas de colonie sur Mars. Au lieu de cela, nous sommes absorbés par toujours les mêmes timelines bleues et blanches de Twitter, de Facebook; et nous demandons au plus grand outil d’information qui ait jamais existé avec qui couche Madonna. En 1992, Fukuyama proclamait la fin de l’histoire, et au lieu de le contredire à toute force, la plupart haussent les épaules, trouvent le fait un peu regrettable, mais sont – en gros – d’accord.

Et pourquoi souhaiter autre chose? Depuis quelques décennies, nous rencontrons de plus en plus de de visions dystopiques. L’avenir est sombre, plutôt crade, surpeuplé, et à chaque carrefour un ordinateur attend l’occasion de nous tuer. Le capitalisme – dans cette vision – reste insurmontable, quand il ne devient pas encore plus rigide (à cause des Chinois, bien sûr), et si des extraterrestres apparaissent, il faut absolument leur tirer dessus. Et si nous parvenons à survivre aux attaques fourbes des extraterrestres et des machines, il reste la nature qui se lèvera contre nous si nous jouons avec la technologie avec un peu trop d’optimisme („Der Schwarm“ de Schätzing, „The Happening“ de Shyamalan). De même, la révolution numérique ne nous apporte – si l’on en croit les discours dominants – que du malheur : nous nous abrutissons, devenons les victimes complaisantes d’Etats policiers, et sommes contrôlé par des algorithmes insondables. La gauche alternative caresse le rêve d’une cabane dans les bois, rejette le smartphone et adopte le conscious consuming.

A l’inverse, c’est avec optimises que nous lançons nos expéditions en terre d’Utopie. Plutôt que d’abandonner la technophilie à la droite, de Marinetti à Thiel, nous la découvrons comme une pensée de gauche, humaniste et démocrate. Nous voyons dans la réappropriation du progrès technologique un potentiel énorme. Il nous faut une pensée utopique pour cette reconquête, pour ne pas sombrer dans une monotonie ennuyeuse faite de thème WordPress et de timelines Facebook. Les technologies numériques, électroniques, génétiques recèlent un potentiel social inexploité. Les relations de tous les jours pourraient être repensées dans beaucoup de domaines, mais les espaces d’expérimentation ne s’ouvrent que rarement. Pourtant le progrès technologique pourrait représenter une force énorme face aux structures d’oppression. Les catégories de genre, de race et de classe pourraient être révolutionnées, peut-être même abolies. Il y a quelques décennies, les futuristes avaient développé de telles visions, sans avoir eu de réel impact. Nous nous voulons rappeler ces futurs, les examiner précisément, les retravailler pour développer et trouver notre propre utopie.

Nous nous donnons trois axes essentiels:

Société

La force explosive du développement numérique et technologique est toujours imaginée dans des cadres étroits. En jetant un œil sur les utopies des années 60 et 70, qui surgissaient avec la technisation de la société, un sentiment de deuil se fait sentir. Il paraissait inévitable que le remplacement de la main d’œuvre par le travail des machines entraînerait nécessairement une diminution du temps de travail individuel. Ce temps libre pourrait être employé à diverses activités : culture, science et bien-être individuel devaient prospérer. Le bouleversement aurait pu être immense. A l’inverse, nous nous retrouvons aujourd’hui dans une version ultra-protestante de cet avenir : comme prévu, beaucoup d’activités ont connu une automatisation, mais le temps de travail ne s’est pas réduit, et le chômage n’est pas perçu comme chance, mais vécu comme une stigmatisation radicale. Les possibilités d’une vie humaine, privée comme professionnelle, semblent gâchées. La revitalisation de ces utopies face à une morale capitaliste-protestante est une des tâches principales de notre génération.

Genre

L’idée d’une humanité strictement séparée entre hommes et femmes a semblée de plus en plus insensée au cours des dernières décennies. Sur internet, des nouvelles communautés se racontent leurs histoires et identités: les marginaux qui se croyaient seuls ont formés de puissants mouvements qui se situent à tous les niveaux du spectre du genre. Ces dernières années ont surtout été médiatisées les personnes qui ont vécu une transition chirurgicale ou hormonale d’un sexe classique à l’autre. Moins visible est la masse de gens qui ne s’identifient pas avec un de ces deux sexe et qui refusent la pathologisation et le contrôle de l’état. Les progrès de la chirurgie et de la pharmacopée des dernières décennies permettent des variations physiques inconnues jusqu’alors. Même le travail de reproduction ne sera plus exclusif aux femmes cis si les utérus artificiels et la fertilisation in vitro se répandent. Contrairement à nos représentations actuelles, le concept de cyborg s’applique à un nombre incroyable de gens, qui ont subi des modifications chirurgicales, pharmacologiques ou prothétiques de leurs corps. Les cyborgs ont été imaginés, depuis les années 60, comme êtres humains qui surpassent la dualité sexuelle, et la cyborgisation insidieuse pourrait permettre une existence post-genrée. Pourtant, il est indispensable que cette évolution soit consciente et de nous approprier les moyens techniques, car la réaction conservatrice s’efforce de consolider son contrôle sur ces technologies en question.

Le web n’est pas seulement un lieu où les exclus se retrouvent, mais aussi un endroit qui a pu faire espérer une amélioration de la communication entre les sexes – espérance qui s’est révélé vaine. La neutralité apparente du code et des données est confisquée par un club exclusivement masculin, qui teste de nouvelles formes de sexisme et où bouillonnent de nouvelles formes de masculinité toxique. L’ouverture théorique du code, des données et de la communication en ligne doit être défendue et organisée comme un espace d’émancipation sans hiérarchie, pour pouvoir y inventer une autre sexualité.

Cerveau

Kevin Kelly est un pionnier du web et le fondateur de l’influent magazine Wired, qui a prévu de longue date et avec lucidité de nombreuses évolutions technologiques. Lors d’une conférence, il a montré avec beaucoup de nuances comment une intelligence artificielle pourrait influencer l’avenir. Contrairement à beaucoup de ses collègues, il ne croit pas à la possibilité d’une IA semblable, mais supérieure à l’intelligence humaine, et qui serait capable d’évoluer de manière autonome. Au lieu de cette perspective (connue sous le nom de « singularité »), il attend des forme d’IA (qu’il nomme « ingéniosité artificielle ») qui ne fonctionneront pas comme la raison humaine, mais seront complémentaires et capable de coopérer avec elle. Au lieu de la vision apocalyptique d’une machine toute-puissante qui réduirait l’humanité en esclavage, il propose un scénario qui nous intègre à des milliards d’appareils connectés dans une intelligence artificielle en développement. C’est ensemble que nous donneront naissance à une autre forme de conscience. La tâche principale d’un hybride d’intelligence humaine et non-humaine sera d’affronter les immenses défis auxquels l’humanité devra faire face dans les prochaines décennies : la population mondiale augmentera probablement dans des régions qui sont aujourd’hui les perdantes de la distribution des biens mondiales et qui ne parviennent pas à obtenir nourriture, eau potable et soins médicaux en quantités suffisantes. Cette dynamique pourrait s’aggraver au regard de la finitude des ressources naturelles.

Au lieu d’utiliser la technologie informatique pour fuir dans des mondes alternatifs, nous devrons chercher des formes de coopération entre intelligence humaine et machinique, qui seront capable de résoudre concrètement les problèmes du monde réel. En raison de la finitude des ressources et de la violence des luttes pour leur répartition, le statu quo n’est pas un scénario réaliste. Le développement d’un réseau hybride tourné vers l’action pourrait décider si l’humanité marche vers un âge d’or ou un âge de merde.

***

During our childhood, back in the 1990s, we all loved to watch the TV-Program «Beyond the year 2000». It used to present forward-looking technologies, which should drastically improve our way of living. As we watched the Sci-Fi film, rough scratches about cities of the future, or as we heard about new technologies, we used to get overwhelmed and excited. It was a feeling of happy anticipation and inspiring curiosity. Nowadays most we lost most of these feelings. The role played by «Beyond the year 2000» and its technologies was, if we look back, considerably dark. Instead of feeling sad about it, we’d love to regain this happy and reassuring glance into the future, this excited power to go forward, this ability to dream. Because in this very talent, lies a revolutionary potential. Theatre may be the vehicle through which we could regain this euphoria – as well for us as for others.

Even if it may seem different, there has been only little technological progress during the last decades. Even though the information technology has developed enormously, other technological areas have remained static, or have even gone backwards in its development. As an example hereto, we may take aviation: todays airplanes are slower than they were in the 1970s. Trendsetting airplanes, as the Concorde, have not been built anymore. Boeing 747, which was developed in the late 1960s, is still flying. Concerning the airplane itself, we cannot see any changes – apart from the electronic entertainment system.

Progress has been achieved mainly within the virtual field: there are no cities on the moon or any flying cars, the innovations are hardly ever put to practice in the fight against urgent problems in our real world (diseases, hunger, unfair distribution of goods). Instead we have alternative worlds in almost perfect depiction available always and everywhere.

That future, which seemed to us like a breath-taking wonderland, has become surprisingly boring. Neither do we have Hoverboards, nor world-wide peace, nor a colony on Mars. Instead of that, we stare for hours into a perpetual blue-and-white Facebook- or Twitter-Timeline, we drink capsule-coffee and we ask the biggest ever seen Knowledge-Container (ROM-Store), with is Madonna in Bed right now. In 1992 Fukuyama has called out the “End of history”, and instead of vehemently contradicting him, the majority of people just shrugged the shoulders and find it quite sad, but nevertheless also somehow good.

And anyway, why should they want anything else? Since decades we have been confronted with ever growing dystopic expectations concerning the future: dark, dirty, filled with computers always waiting to kill someone. According to all these narratives, overcoming capitalism has become impossible. It has become even worse (the Chinese, what else?). And if aliens shall come up, we should shoot them all at once. If we survive alien and computer attacks, there will be still nature turning against us, if we keep on playing optimistically with technology (“The Swarm” by Schätzing, or “The Happening” by Shyamalans). Following nowadays discourse, also the digital revolution will bring us a lot of inconvenience: we become stupid, we turn ourselves into submissive victims in police states, and at the end we will be controlled by obscure algorithms. Within left alternative circles, there is a flirt with the idea of building lonely huts in the woods, with throwing the smart phone away, and with indulging into conscious consuming.

In another approach to these facts, we go on optimistic expeditions through Utopia. Instead of leaving the technological affinity in the hands of rightwing politicians from Martinelli to Thiel, we build a link between this affinity and the left, humanistic and democratic thought. We see an enormous potential in the re-capturing of technological progress. We must retake the utopic spirit, instead of going under in mud of boring, uniform and stiff mash of World-Press Themes and Facebook-Timelines. The digital, electronic, medical and genetic technologies offer many yet unused social opportunities. Social cohabitation should be rethought in many different domains, but experimental spaces have hardly been declared open. In following this step, technological progress would enhance enormous explosive force in the fight against many different oppression structures. Categories like gender, race and class could be revolutionized and even be made obsolete. Many decades ago have futurists developed such visions without having been able to harvest any fruit. We want to remember these different futures; we want to look sharply at them; we want to continue their development and find our own Utopia. Therefore we established three priorities:

Society

Digital and technological developments are still held back within this society, which is empowered with an enormous explosive force. As we look back at the utopian visions of the 1960s and 1970s and its hopes, which were tightly bound to the society’s mechanization; there overcomes us a feeling of sadness. It seemed to be the most natural course of action, that the handing over of more and more tasks to machines and robots, would lead to a drastic reduction of the individual human working time. With the gain of additional free time, human beings could engage in many different activities. In doing so, they would reach never imagined levels of culture, science and individual well-being. The radical change in our way of cohabitation could have been unmeasurable. Meanwhile we have developed an ugly, very conservative protestant version of this future: as imagined, many activities have become automatic, but there has been no reduction in working times, and the rising unemployment in the last decades is not seen as a chance, but has been radically stigmatized. Possibilities for dignity in the life-work balance seem to have been put by side. One of the most important tasks for our generation should be therefore to revitalize these utopias and to free them from the capitalistic-protestant morals put upon them.

Gender

The idea of a definitive subdivision of mankind in “male” and “female” seems to have become meaningless during the last decades. There has been a growing cumulation of web-societies, in which people reveal one another their own stories and identities; these people who feel left aside by society, very lonely indeed, became part of social movements within the enormous range of genders. During the last few years there have been people coming out openly and telling about their surgical and hormonal transitions from one of the traditional genders into the other. Less apparent is the big group of people who do not feel as belonging to any of those two genders, and who reject the pathologization and the state control of their gender identities. The surgical and pharmacological developments of the last decades have made real a big diversity of physical possibilities. Even the reproduction task does not anymore necessarily have to be fulfilled exclusively by women, as we see the rising employment of artificial uteri and of in-vitro fertilization. Corresponding to our modern ideas, the initial definition of cyborgs applies to many people who have their bodies surgically or pharmacologically modified through technics in the implantation of artificial or human limbs, teeth and organs. Cyborgs have been imagined since the early 1960s as beings not bound to any gender. So it is possible that the creeping cyborgization of mankind could lead to a post-gender existence. But to attain this level, it is indispensable to recognize this process and to acquire the needed technological tools; not forgetting all the means employed by the conservative backlash to gain control over the necessary technologies. The internet is not only a platform for outsiders to meet, but also a place which helped in a first step, to stir up and in a second step, to deceive much hope for a new communication behavior between genders. The seeming neutrality of codes and data has been besieged by a boy’s club, which has tested new forms of sexism, and in which a toxic masculine way of thinking has been fermenting. The theoretical openness of code, data and online-communication must be turned into an emancipated space, claimed and designed to stay free from hierarchy; in which finally there may exist another kind of gender discussion / negotiation.

Brain

The internet pioneer and founder of the influential magazine “wired” Kevin Kelly, who has more than once exactly predicted technical achievements, has shown during a talk, his own vision on how artificial intelligence could influence the future. He does not think – differently from many among his colleagues – that an intelligence similar to the human one, only a little bit higher than this would be created, which is capable of developing itself. Instead of this well-known prognosis called “singularity”, he believes that different forms of artificial intelligence (or like he quotes it “artificial smartness”) will be created. These will function differently from human understanding, they will complete it, and wil be capable of cooperating with it. Instead of the apocalyptical vision of an extreme powerful machine, which would turn human beings into slaves without own will, he proposes another scenario, in which we – with the help of billions of connected devices – will be part of this “artificial intelligence” to be created. Together we will develop a new form of consciousness. The most important task to be fulfilled by such a hybrid being, formed by of human and non-human intelligences, will be to accept the tremendous ecological and social challenges, which mankind will be facing within the next decades: the world’s population will grow mostly in those parts of the Earth, which already face the most unfair distribution of goods, and which are already facing the worst frustration of all for not being able neither to feed, nor to supply enough water and medical care for their own inhabitants. This course of development could drastically be sharpened due to the shortage of natural resources. Instead of exploiting information technology with the purpose of hiding away / retreating in other worlds, we must look for new forms of cooperation between human and non-human / artificial intelligences, thus to be able to deliver new solution approaches for problems in our real world. Due to the limited resources and the violent means used in the fight for its distribution, is the simple stagnation not a possible scenario for the future any longer. The development of such a hybrid thinking network, always aiming the solution of real problems, could be decisively responsible for the direction towards which mankind is moving: a rather darker, or rather golden age.

 

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